Mrz 06

Brücken schlagen…

Vor zwei Wochen habe ich in einem kleinen Hotel in Königswinter übernachtet. Es war familiär und liebevoll eingerichtet. In meinem Zimmer fand ich dann neben dem Röhrenfernseher (für die jüngeren Leser: Dabei handelt es sich um eine Kathodenstrahlröhre. Der erzeugte Elektronenstrahl trifft auf eine Leuchtstoffschicht; letztendlich entsteht ein Fernsehbild) ein Telefon.

Wir hatten damals zwei oder drei Telefon; alle grau und mit Wählscheibe (für die jüngeren Leser: Man steckte den Finger in das Loch der gewünschten Zahl und drehte im Uhrzeigersinn bis zu einem Anschlag. Die Scheibe schwang zurück und der Schalter provozierte gleichmäßige Unterbrechungen, die der gewählten Zahl entsprachen. Es war ein Impulswählverfahren).

AltesTelefonIn den achtziger Jahren ersetzte mein Vater dann ein Telefon durch ein grünes Telefon mit Tastatur. Ich entdeckte zusammen mit meinem C64 den Akustikkoppler (für die jüngeren Leser: das ist das Ding in dem Film „Wargames“, in das der Junge den Telefonhörer steckt) und wegen der hohen  Telefonrechnung Ärger.

Das Telefon, das ich in diesem Hotelzimmer antraf, entsprach dem damaligen Modell: Somit ist ein Sinnbild der damaligen Zeit. Dieses Telefon ist somit eine kleine Zeitreise für mich gewesen. Weg von der omnipräsenten Erreichbarkeit: Die Fokussierung auf das Leben, auf das Jetzt; nicht auf die zukünftigen Ziele und das Warten auf so tolle Dinge, die sich vielleicht in einiger Zeit ereignen könnten. Genauso sollte ich es zurzeit wahrscheinlich auch mit dem Laufen halten. Jetzt, da Bestzeiten erst einmal in weite Ferne gerückt sind, sollte ich die Zeit nutzen, um mich läuferisch neu zu orientieren und den Spaß an diesem wunderbaren Sport wiederzufinden und zu pflegen.

 

Mrz 05

Erfahrungen mit dem Laufcomputer Garmin Forerunner 920XT

Garmin_920XT_kleinIch bin nun den Laufcomputer Garmin Forerunner 920XT ein wenig gelaufen.

Bei Interesse könnt ihr hier meinen subjektiven Eindruck über diese Laufschuhe nachlesen.

Mrz 05

Einfall in mein Ryokan …

Ich lebe mal wieder im Hotel. Diesmal ist es die Stadt Köln. Es gibt hier sicherlich vieles Positives zu berichten. Ich war schon öfter in Köln, aber diesmal habe ich mich einer Laufgruppe angeschlossen, um ein wenig unter Leute zu kommen. Das macht Spaß und ich lerne Menschen neben der Arbeit kennen: Ich genieße den Themenwechsel und das Laufen in einer Gruppe.

JapanTechnikKarneval ist schon seit rund zwei Wochen Geschichte, so dass ich mich über den nun einkehrenden Alltag in dieser schönen Stadt gefreut habe.

Am Montagabend nach meinem Lauf stand aber ein großer Bus vor dem Hotel. Aus diesem quellten eine große Gruppe Touristen asiatischer Abstammung. Das ist ja in erster Linie schön, dass Menschen anderer Kulturkreise sich aufmachen die Welt zu erkunden und in diesem Zusammenhang auch einige Eindrücke von dieser einmaligen Stadt in ihre Heimat mitnehmen.

Frühstück gibt es in diesem Hotel ab 06:30 Uhr. Ich bin ein Frühaufsteher und komme meistens gleich am Anfang der Frühstückszeit. Die Touristen asiatischer Abstammung scheinen noch ein wenig Probleme mit der Zeitumstellung zu haben, da ein Pulk jener Menschengattung im Foyer lungerte und auf die offizielle Eröffnung des Frühstücks; hier wird aber nicht einfach gewartet: Keiner dieser Menschenbürger ist ohne elektronisches Gerät zu erblicken. Dabei sind alle Größen vom Laptop bis zum Smartphone vertreten.,

Ist die erste Hürde zu Milch, Müsli und Broten genommen, ist aber die Verwendung der technologischen Errungenschaften unserer Zeit nicht vorbei. Während des Essens wird geschrieben, gesurft und – dank sei der Zeitverschiebung – telefoniert.

Ich bin ein Vertreter des bewussten Frühstücks und esse gerne ablenkungsfrei. Ich kann nur hoffen, dass auch in diesem Umfeld in den nächsten Tagen wieder der Alltag einkehrt.

 

Feb 21

Projekt „Laufen“…

Nun hatte ich endlich wieder in einen einigermaßen regelmäßigen Rhythmus gefunden. Fünf Mal die Woche mit einem Tempodauerlauf war schon mal wieder ein Anfang. Obwohl Distanzen jenseits der zwanzig Kilometer fast unerreichbar scheinen.

VirusJetzt hat mich ein Infekt erwischt. Das geht nun schon seit mehr als einer Woche und der Frust an der Situation steigert sich von Tag zu Tag. Ich habe noch Gewicht zu reduzieren und das Tempo zu steigern. Außerdem wäre eine Steigerung der Trainingstage von fünf auf sechs wünschenswert. Der Salzburg-Halbmarathon soll den Einstieg in das diesjährige Laufgeschehen werden.

Jetzt verfolgt mich noch ein leichtes Schwindelgefühl und ich fühle mich einfach zu schwach. Ich gebe mir noch einfach dieses Wochenende und hoffe, dass ich dann ab Dienstag wieder angreifen kann. Aber mir ist auch bewusst, dass man ungefähr die Zeit der Krankheit braucht, um ungefähr das Niveau vor der krankheitsbedingten Pause zu erreichen. Das muss ich mir wie ein Mantra immer wieder vorsagen, um nicht bei dem bevorstehenden Einstieg zu schnell zu starten; eigentlich untypisch für mich.

Hier werden die Tage schon spürbar länger und der Schnee fängt an zu schmelzen. Alles eigentlich gute Rahmenbedingungen, um das Jahr in Angriff zu nehmen. Da ich den Winter durch mehr oder weniger durchgelaufen bin, ist auch noch ein wenig Grundlage vorhanden.

Jetzt bin ich gespannt und freue mich auf die ersten Läufe in der nächsten Woche.

Feb 11

Kölle alaaf!

Köln_WappenIch arbeite zurzeit in Köln. Es ist Dienstag; meine Kollegen, die aus dieser Re
gion kommen, werden langsam nervös. Ein Großteil der Projektmitarbeiter ist mittlerweile krank; ich kämpfe mit Hals-, Ohren- und Kopfschmerzen. Die Stimme hat sich verabschiedet und ich bin dem Spott meiner Kollegen ausgesetzt. Aber es grassiert auch die Angst: Die Angst vor der Krankheit, die den Kölner Kollegen den KarnKarnevaleval vermasseln würde. Das ist kein Spass: Karneval ist trotz der guten Laune eine ernste Angelegenheit, die geplant und gelebt wird; und das ist nun einmal nur einmal im Jahr. Erst wenn der Nubbel verbrannt wird, entspannen sich die Gemüter und dann sieht man auch sehr gelassen einer drohenden Grippewelle entgegen.

Für mich jedenfalls steht jetzt erst einmal eine Laufpause auf dem Programm. Da kann ich nur hoffen, dass ich das bis zum Wochenende wieder in den Griff bekommen habe.

Feb 11

Chinesenprinzip…

ChinaRestaurantKlein

Ich war chinesisch Essen in Köln – kurz vor Karneval. Mittlerweile kann man ja Chinesen von Japanern nicht mehr unterscheiden. Jedenfalls gehört es bei Chinesen mittlerweile zum guten Ton, neben dem Glutamat-reichem Essen auch Sushi anzubieten. Daher war meine erste Wahl der Gang zum Sushi-Menü. Danach tauchte ich direkt in die chinesischen Genusswelten ab: Wie üblich teils frittiert, teils zusammengerührt. Ich frage mich oft nach der Konsistenz der Saucen; das würde ich ja nur mit Saucenbinder hinbekommen.

Während ich mich durch den zCocktailweiten Gang quälte, wurde ein Geburtstagslied über die wahrscheinlich chinesische Musikanlage gespielt: Kannte ich schon, gibt es auch zu Hause in Bayern; nur diesmal war ich mit Arbeitskollegen (komisches Wort) unterwegs und ich wurde dazu bestimmt, am heutigem Tage das Geburtstagskind zu sein. Ich trug dieses Kreuz und lies all diese Lieder und Lobpreisungen über mich ergehen. Auch die asiatischen Gastgeber kredenzten mir ein alkoholfreien Cocktail und freuten sich über meinen Jahrestag.

Die Feier nahm ihre Lauf und am Ende dieses Durcheinanders und Lustigseins bekam ich noch ein japanisches Getränk in Form einer Flasche mit auf dem Weg. Leicht verwirrt nahm ich dieses Präsent entgegen und war zufrieden, dass sich am heutigen Abend der Kreis letztendlich schloss. Viel Zeit der Muße blieb aber nicht, da sich gleich alle Arbeitskollegen (komisches Wort) bei mir für die wunderbare Feier bedankten.

Die Flasche wurde ich anschließend nicht los; weder bei den Arbeitskollegen (komisches Wort) noch bei mir nahe sitzenden Personen.

Alles in allem eine schöne Erfahrung mit viel Spass. Trotz diesem alkoholfreiem Abend fiel der Lauf am nächsten Morgen besonders schwer.

 

 

Okt 15

Die spinnen, die Raupen…

BaumWenn ich so durch die Gegend laufe, komme ich immer öfter an Bäumen vorbei, die eingesponnen sind. Es ist jedes Mal ein schauriges Gefühl, unter einem dieser Bäume zu laufen. Ich hatte immer das Gefühl, dass mir sofort ein Bündel Spinnen in den Nacken fällt und ich unter Ekel versuche, diese Zeitgenossen wieder los zu werden. Es sieht schlimm aus und es sind viele Netze pro Baum. Die Blätter verschwinden un der schönste Baum sieht plötzlich mitleidserregend aus.

Aber nach einer kurzen Recherche im Internet kommt heraus, dass mir keinen Spinnen in den Nacken fallen werden. Es handelt sich hierbei um Raupen. Es sind Raupen der Gespinstermotte. Noch nach einiger Zeit sieht der Baum gerupft aus. Hier fehlen viele Blätter. Der einzige Trost ist, dass die Raupen auch den Vögeln als eiweißreiche Nahrung dienen. Aber letztendlich ist es ein Naturschauspiel und für mich, als Läufer, unbedenklich.

Jetzt bereite ich mich jedenfalls eher auf den Winter vor und da sind diese Beobachtungen passé.

Sep 02

Erfahrungen mit dem Salomon XT Wings S-Lab 6

Salomon-XT6-Softground_KleinIch bin nun den Salomon XT Wings S-Lab 6 ein wenig gelaufen.

Bei Interesse könnt ihr hier meinen subjektiven Eindruck über diese Laufschuhe nachlesen.

Aug 25

Schneckentanz!

Schnecke1Der Sommer war ja ein richtiger Reinfall. Ich war anfangs recht angetan und freute mich auf die kurze Hose und das Laufhemdchen. Mittlerweile gehe ich nicht mehr ohne dünne Regenjacke auf meine Runden. Ich bevorzuge asphaltierten Untergrund; daher nehme ich bei dieser Witterung auch die vielen Nacktschnecken wahr. Viele von denen sind schon von dem einen oder anderen Fahrradfahrer über den Jordan gebracht worden. Es treten die Innereien aus und das ist dann wahrlich kein schöner Anblick mehr. Folglich stellt sich für mich die Frage: Was würde passieren, wenn ich in meiner laufenden Art und Weise das Schicksal eines solchen Artgenossen besiegeln würde? Rutscht man dann aus? Spürt man dieses wahrscheinlich unerträgliche Gefühl eines zerplatzenden Weichkörpers? Ist der Schuh versaut? Wie lange schleppt man noch irgendwelche Überreste mit sich herum?

Schnecke2Alles in allem keine schönen Fragestellungen. Somit bleibt mir nur die Alternative: Ausweichen, hüpfen, tanzen; bloß nicht auf einer dieser glitschigen Wegschnecken treten. Schon vor ein paar Jahren haben diese einen Angriff auf meinen im Garten mühsam selbst gezüchteten Basilikum gestartet. Ich pflückte die Schnecken und verwies sie auf fliegender Art und Weise meines Grundstücks. Nach getaner Arbeit blieb noch der Schleim an meiner Hand; diesen abzuwaschen erwies sich damals als fast unüberwindliches Hindernis. Aus diesem Grund möchte ich jeden Kontakt mit dieser Spezies vermeiden.

Aber wann hört das denn wieder auf? In Deutschland sollen ja mittlerweile bis zu zwölf Exemplare pro Quadratmeter Kulturland vorhanden sein. Das ist doch unvorstellbar. Da macht doch in ein paar Jahren das Laufen keinen Spaß mehr und in Gummistiefeln gibt es doch angeblich Schweißfüße. Da die Ente der natürliche Feind dieser Gattung ist, hilft dann wohl nur noch ein Lauf in Begleitung einer befreundeten indischen Laufente. Aber das bleibt letztendlich abzuwarten…

Apr 23

Circulus vitiosus…

© 2014 Otto Wenninger

© 2014 Otto Wenninger

In letzter Zeit bedienen sich viele Menschen in meinem Umfeld dem Begriff des Teufelskreis. Grund genug einmal darüber nachzudenken, was denn hinter diesem gern benutzten Wort steckt; handelt es sich dabei um einen Kreislauf oder eher um eine Abwärtsspirale? Sind wir in der Lage diese Muster zu erkennen und wie kann man sich verhalten, um diesen sich verstärkenden Mechanismen zu entkommen und die damit verbundenen Abhängigkeiten aufzubrechen?

Schon in der Schule brachte die Lehrerin das Beispiel einer Zwickmühle, in die wir in der Beziehung mit unseren Mitmenschen schnell kommen können. Damals war das Beispiel in der Sozialwissenschaftsstunde der rothaarigen Wissensvermittlerin:

ER: „Ich schreie so laut, weil Du nicht zuhörst!“
SIE: „Ich höre Dir nicht zu, weil Du so laut schreist.“

Eine scheinbar ausweglose Situation. Durchbrechen kann man diese Situation wahrscheinlich am einfachsten, wenn eine Person seine Verhaltensweise ändert.

Wenn ich nun bereit bin, mich zu ändern, um diesen ersten Schritt zu wagen, stellt sich für mich die Frage, ob ich langfristig mit der Person, die ich dann zukünftig sein werde noch klar komme? Muss ich loslassen und mich von alten Verhaltensmustern trennen? Müssen sich meine Mitmenschen und letztendlich auch ich mich darauf einlassen, dass sie und ich mich neu kennenlerne?

Ergo: Mehr Fragen als Antworten. Somit scheinen diese Schritte in eine ungewisse Zukunft mehr Mut zu erfordern, als an Gewohntem festzuhalten.

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