Volles Tempo. Leeres Gehirn.

Wenn ich die Erfahrungsberichte von Läufern in den einschlägigen Laufzeitschriften lese, stoße ich immer wieder auf Aussagen, wie z.B.

Alle Grübelei verschwindet: ich befinde mich beim Laufen nur im Hier und Jetzt.

Seit vielen Monaten laufe ich diesen Momenten hinterher. Ich habe ja mittlerweile das Warten auf die Ausschüttung der glückbringenden Endorphine aufgegeben. Nach vielen langen Läufen kann ich auch das Gehirn nicht ausschalten.

Bei mir reichen kleine Impulse, um diese Grübeleien immer und immer wieder von Neuem in Gang zu bringen:

Es muss mich nur ein Postauto überholen und schon denke ich über den einheitlichen Anfang der Post-eigenen Autos nach. Alle haben den Aufbau BN-PD XXX. Schon denke ich:

Was bedeutet eigentlich „PD“? „Post Deutschland“? Passt doch eigentlich nicht. Wäre nicht „DP“ als Abkürzung für „Deutsche Post“ sinnvoller? Naja, aber auch die Dienstwagen der leitenden Angestellten haben ja meist ein Kennzeichen nach dem Schema BN-PY XXX. Da auch hier die Logik fehlt, ist das wenigstens ein schwacher Trost. Da ist mir das Vorgehen der Firma Klöckner Holstein Seitz (KHS) als Firma meiner Studienarbeit vor etlichen Jahren nachvollziehbar: trotz Hauptsitz Dortmund gibt es eine Dependance in Bad Kreuznach und schon hatten Firmenfahrzeuge das Kennzeichen KH-S XXX.

Jedenfalls bin ich weit entfernt von einem Flow oder einem endorphinbedingten Glückslauf. Kleinigkeiten reichen aus, um mich abzulenken und die Gedanken abschweifen zu lassen. Ich habe mittlerweile die Distanzen erfolglos verlängert. Da bin ich nur froh, dass ich als ehemaliger Schwimmer weit von etwaigen Fragen nach Sinn und Unsinn eines so monotonen Sports wie das Laufens entfernt bin.

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